Der geheimnisvolle Kampf im Osterfeld
Karl Eulig, Chronik den Jochen Oldecop, Tübingen 1891, Seite 452-453; Chronik Berel, Ewald Bock, 1976, Seite 18.

Am Dienstag vor dem Tag des heilige Veit 1559 standen vor dem Dorfe Berel in Richtung der Lichtenberge Männer, Frauen und Kinder die Vieh hüteten. Es war einige Stunden vor Sonnenuntergang. Diese Leute und auch die anderen, die noch im Felde waren, sahen, dass vier schneeweiße Fähnlein mit Reitern aus dem Berel Ries in ein Roggenfeld zogen, und um 5 Uhr ritten andere bunte Fähnlein von der Ostseite zu den vier Fähnlein. Sie schlugen und schossen sich gräulich zusammen. Man hört auch, dass die Pferde wieherten und die Reiter schrieen. Die Bereler klagten über das Zerstampfen ihres Roggenfeldes. Der Kampf dauerte über eine halbe Stunde, danach ritten die Reiter alle in einem Haufen nach Nygenstede nach der Westkirche eilig davon und waren plötzlich verschwunden. Die Bereler wollten sehen, ob sie auch alle fort waren und wie der Roggen stand. Der Gaugraf Hans Bury, ein ehrlicher und wahrhaftiger Mann, ritt mit etlichen anderen dahin, viele Jungen waren ihnen nachgelaufen, sie alle fanden keinen Schaden im Roggenfelde, auch kein Hufschlag war zu sehen; aber auf dem Kampffeld, wo sich die Reiter geschlagen hatten, stank es fürchterlich nach Schwefel und Pech. Die Leute konnten das gar nicht aushalten und ein Gruseln überkam sie, dass sie eilig nach dem Dorfe liefen.

Die Gaugrafen Cord Wybbern und Arthus Behme haben über dieses teuflische Gespenst und die gruselige Geschichte kurz danach berichtet.


Erläuterung:     Gaugraf Hans Bury wohnte auf dem heutigen Grundstück Siegmund.
(siehe Erb- und Scheffelschatzregister Amt Lichtenberg 1548)

 

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