Schule  (bis 1977 in Berel)
Stand 11.01.2014

Flohmarkt Rund ums Kind 18.01.2014  Grundschule Hohenassel 20-13 Uhr

Die Lehrer in Berel Schulklassen in Berel Etwas aus dem Unterricht:
Schrift:
Geschichten aus Berel enthält auch
Geschichten aus der Schule


 Die Kirche setzte nach der Reformation „Opfermänner“ ein. Der Opfermann war der Küster, der meistens zugleich einen handwerklichen Beruf ausübte und die Dorfkinder im Lesen und Schreiben unterrichtete. Die Opfermänner waren den Geistlichen der Gemeinde unmittelbar unterstellt. Neben der Unterrichtung der Kinder hatte der Opfermann noch eine Reihe von Geschäftsverrichtungen zu erledigen:

1.      Vertretung des Geistlichen in der Haltung von Gottesdiensten. Der Opfermann durfte dabei nicht die Kanzel oder den Altar sondern musste ein besonderes Lesepult benutzen. In Vertretung des Geistlichen hatte er auch die kirchliche Kinderlehre zu halten.
2.      Die Leitung des Gesanges während des Gottesdienstes. Bei Vorhandensein einer Orgel oblag ihm auch deren Wartung.
3.      Vorbereitung des Gottesdienstes durch Öffnen der Kirche. Zurichtung des Altars und der Kanzel, Anzünden und Auslöschen der Altarkerzen.
4.      Beaufsichtigung der Glocken und des Geläutes, dass es nicht von Schulkindern besorgt wurde.
5.      Die Wartung der Turmuhr.
6.      Die Beaufsichtigung des Kirchengebäudes.
7.      Reinhaltung der Kirchengeräte.
8.      Beaufsichtigung des Kirchhofes und des Begräbnisplatzes.

Besondere Lehranstalten zur Vorbereitung auf den Opfereidienst gab es nicht. Zum Eintritt in den Opfereidienst bestand keine Verpflichtung. Die Übernahme in diesen Dienst geschah auf besondere Bewerbung. War aber der Opfereindienst mit einem Schulamt dauernd verbunden, so wurde angenommen, dass die Meldung zum Lehramt die Bewerbung um den Kirchendienst mit enthielt. Wenn auch die Opfereistelle mit dem Schulamt nicht verbunden war, wurde aber meistens der Lehrer zum Opfermann gewählt.

1542  Die Dotation der Schule nach dem Visitationsbuche von 1542 war Opfermann Land 4 Morgen, Wasenholz 5 Fuder, jeder Ackermann 1 Himpten Roggen, der Köter ½ Himpten. Der Schule stand weiter zu: 1 Leiterwagen Gräesing von der Gemeindewiese, der Opfereigarten hinter der Schule, 1 Grasgarten mit Obstbäumen auf dem Gänsewinkel, für die Lehrer Wurst und Brot, der Ertrag von 1 Holzanteil im Ries und alle 14 Jahr etwas Vasenholz, 1 Weideplatz und eine Wiese an der Sange. Von der Dorfschaft  wurden 29 ½ Himpten Korn gegeben für Roggenbrot und 22 Würste zu Neujahr. Vierzeitengeld wurde zu Neujahr von den Eheleuten, welche ihr eigen Brot essen, gegeben. zu Ostern lieferte die Gemeinde 3 ½ Schock Eier. Man nannte das Einsammeln „den Umgang“. Von jeder Person, welche zum heiligen Abendmahl ging, 1 Ei. Die Summe aller Einkünfte, einschließlich Schulgeld von 60 Kindern a 6 mgl. Betrug 40 Thaler 27 mgl. Freiheiten an Accise 1 Tonne Bier= 4 ggl, 4 ch und 2-3 Kühe zur Weide.

1703 Das älteste Schulgebäude, von dem die Akten berichten stand „ufm tie“ und war im Jahr 1703 errichtet. Die einzige Wohnstube diente auch zugleich als Schulstube und war ungedielt. Das fürstliche Konsistorium hatte zu diesem Schulbau 45 Thaler bewilligt. Die Gemeinde verkaufte zu diesem Zweck ein Stück Land vor der Lesser Landwehr für 25 Thaler an den Bauern Behrend Schaper.  Das Bauholz wurde aus dem Bereler Ries geliefert. So hatte das Schulhaus nur Arbeitslohn gekostet.


Der „Ti = Thie = Tie = Thi“ war der Platz vor der Schule und war mit Linden bepflanzt. Der Platz hatte seinen Namen von dem altgermanischen Gott Thin, der als ein Gott des Rechtes angesehen wurde. Der Ti war der Platz in der Mitte des Dorfes. Hier wurden Bekanntmachungen veröffentlicht, hier wurde auch das Ortsgericht vom Bürgermeister, damals Bauermeister genannt, abgehalten. Die Streitsachen, die damals verhandelt wurden, waren z.B. Beleidigungen und Flurbeschädigungen. Quelle: Lehrprobe Hans Behrens Berel 1949

Das Thing

Zum Thing versammelten sich die germanischen Männer um alles Wichtige zu beraten - so berichtet Tacitus, denn archäologisch kann man weder die Veranstaltung noch den Austragungsort nachweisen. Laut Tacitus fand das Thing regelmäßig statt, z.B. immer bei Voll- oder Neumond. Teilnehmen durften alle freien, ehrbaren und deshalb Waffen tragenden Männer, nicht jedoch Frauen, Unfreie und Kinder. Bei diesen Zusammenkünften wurden Probleme und Pläne erörtert, aber auch Streitfälle vorgetragen, Anklagen erhoben und Gerichtsverhandlungen abgehalten. Darüber hinaus wurden bei Thingtreffen die jungen Männer in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen. Der Junge erhielt von einem Verwandten oder dem Stammeshaupt Schild und Frame, die germanische Lanze, überreicht und wurde damit zum wehrfähigen Mann und vollwertigem Mitglied der Gesellschaft.
Quelle: http://www.kalkriese-varusschlacht.de/deutsch.html

1753 Die Schule bekam die Asse Kuranz Nr. 27 und hatte folgenden Besitz (Dotation)
Flurstück Nr. 38 Im Dorfe 104 Quadratruten
Nr. 169 Über dem Dorfe 7 Morgen 117 Quadratruten, Nr. 316 In der Pfahlwiese 1 Morgen.

1873 wurde der Opfermann durch Gesetz von verschiedenen der genannten Geschäftsverrichtungen befreit. Er konnte sich dadurch mehr seiner Aufgabe als Erzieher widmen.

Das jetzige vordere Schulhaus ist 1886 gebaut. Das Geld dazu wurde von der Gemeinde auf Abtrag und Zinsen angeliehen.  Quelle: Heimatbuch WF Seite 138 von Ewald Bock

Das evangelische Kirchenrecht das Herzogtums Braunschweig von 1894 enthält, dass die jungen Lehrer, die dem Hauptseminar zu Wolfenbüttel, Waisenhaus, angehörten, eine Art von praktischer Schulung im Opfereidienst dadurch erhielten, dass sie die Aufgaben des Opferei- und Organistendienstes in der Kirche St. Johannes in Wolfenbüttel versehen mussten. Den älteren Opfermännern wurde der Titel Kantor verliehen.



Teil-Bild einer Postkarte um 1906. Im Hintergrund die Schule.
Der Friedhof davor hat noch eine Hecke. 

Das jetzige vordere Schulhaus ist 1886 gebaut. Das Geld dazu wurde von der Gemeinde auf Abtrag und Zinsen geliehen.  

Das Lehramt unterstand bis 1918 der Aufsicht der Kirche.

um 1925 Teil einer Postkarte von Berel

um 1925 Original von Frau Lieselotte Kiene

um 1931 ? mit der Ehefrau mit Lehrer Christian Froboese. Original von Frau Lieselotte Kiene

um 1950 Original von Frau Lieselotte Kiene

1949 besaß die Schule 3,5 Morgen Land und 1 Wiese.


 Erinnerungsfoto an das Richtfest 1951  Original am 6.1.2006 von Elisabeth Behrens  Die neue Klasse wurde im November 1951 eingeweiht. 
Namen von links nach rechts:
1. Lehrer Rudolf Klein, 2. ……………….., 3.Lehrer Hans Behrens, 4. Gemeinde Gustav Rödiger, 5. Emil Lienert,  6. ……(Schulbehörde?),  7. Gemeinde Karl Schaper, 8. …………, 9. Gemeinde Hermann Bartels sen.,  10. ……………   

Der dritte überlieferte Schulhausbau (Das jetzige hintere Dorfgemeinschaftshaus) wurde 1951 gebaut, als sich die Bevölkerung in Berel erhöhte. 1936 mit 450? Einwohner. Im März 1950 hat sich die Einwohnerzahl auf  823  und damit den höchsten Stand nach dem Kriege erhöht. Von den 823 sind 432 Einheimische und 391 Ostvertriebene oder Flüchtlinge aus der Ostzone, davon 265 Personen aus Schlesien und 54 Personen aus Ostpreußen. 1952 werden noch 657 Einwohner gezählt. 1953 sind 535 Einwohner im Ort. 

 

Original von Rudolf Pape 1999, Namen von Richard Geldmacher und Bruno Hoffmeister.  Hintergrund Grundstück Dieter Prönnecke gegenüber von der damaligen Gastwirtschaft Peters.  

4. R.v.L: 1. Maurer Heinz Weule Schellerten, 2. Maurer Karl Levin, 3. Zimmermannmeister F. Hotopp, 4. Polier der Firma Hotopp, 5. ….?, 6. …..?, 7. Gemeinderat und Dachdecker Hermann Hoffmeister (Männus).
3. R.v.L.: 1. Lehrling Ehlers  SZ-Lesse (fuhr mit nach Prag), 2. Albert Prange  Kl. Himstedt Handlanger ….? 3. Handlanger ……..?, 4. Karl Hinz Kl. Himstedt, 5. Kurt Ludewig Osterlinde, 6. Maurer Erwin Kresse Klein Himstedt, 7. Maurer Albert Meyer Nettlingen (Lehrmaurer), 8. …….?, 9.  ……..?
2. R.v.L:. 1. Geselle von Dachdecker Tuckermann Lesse, 2. Geselle von Dachdecker Tuckermann, 3.Richard Geldmacher jun. Maurer, 4. Lehrer Hans Behrens, 5. Gemeinderat Albert Kempe, 6. Gemeinderat Gustav Rödiger, 7. Bürgermeister Ewald Bock, 8. Gemeinderat Rudolf Geldmacher, 9.ehem. Lehrer Rudolf Klein, 10. Emil Lienert,  11. Maurermeister Karl Bartels Klein Himstedt.
1.Reihe vorn von Links: 1. Dachdeckermeister Tuckermann Lesse, 2. Geselle von Dachdecker Tuckermann, 3………?, 4. Karl Schaper, 5. Heinrich Peters, 6. Hermann Bartels, 7. Heinrich Keune, 8. H. Löhr,  9……(?Schulbehörde?),  10.Hotopp Söhlde Zimmermannmeister

Veränderungen durch die Heimatvertriebenen in der Schule
von Hans Schaper 1953 Abiturarbeit Große Schule WF Seite 22

Die Dorfschule hatte mit nur einem Klassenraum schon vor dem Kriege kaum noch den Verhältnissen genügen können. (Die Schülerzahl hatte zwischen 40 und 55 geschwankt). Für die steigende Schülerzahl reichte ein Lehrer bald nicht mehr aus. 1948 wurden 132 Kinder von zwei Lehrern im Wechsel klassenweise unterrichtet. Von diesen 132 Schülern waren 94 Kinder von Heimatvertriebenen. Während als bei den Erwachsenen die Alteingesessenen gegenüber den Heimatvertriebenen überwogen, war die Zahl der heimatvertriebenen Kinder in der Schule mehr als doppelt so groß wie die der Kinder der Einheimischen. Der Bereler Gemeinderat beschloss einen Erweitungsbau als zweite Klasse. (2004 hintere Teil des Dorfgemeinschaftshauses) Auf dem Foto sind die 37 Mithelfenden, Lehrer und Gemeinderäte der Baumaßnahme zur Schulraumschaffung abgebildet.
Als der zweite Schulraum im November 1951 fertig gestellt wurde waren 121 Schulkinder unter zubringen. Im Herbst 1952 war diese Zahl durch die Abwanderungen nach Lebenstedt um etwa die Hälfte bis auf 65 Kinder gesunken. Davon sind 34 Kinder von Heimatvertriebenen und 31 Kinder von Einheimischen. Unterschiede zwischen Einheimischen und Flüchtlingskindern sind kaum noch festzustellen. Es wird allgemein die hochdeutsche Sprache gebraucht, die Flüchtlingskinder werden im Allgemeinen als lebhafter im Unterricht beurteilt. Angestiegen sind auch weiter die Abgänge zur höheren Schule. Dies wird erklärlich aus den höheren Bildungsansprüchen in verschiedenen Berufen, aber auch durch das Bestreben vieler heimatvertriebener, ihren Kindern eine gute Allgemeinbildung zu verschaffen, da sie ihnen wahrscheinlich keine genügend große materielle Grundlage für das spätere Leben hinterlassen können. 

Die Schule wird 1977 zum Dorfgemeinschaftshaus

nachdem die Schule in Hohenassel fertig gestellt worden war. Die Lehrer werden ebenfalls nach Hohenassel versetzt.


Foto vom April 1983 Wohnhaus mit umgebauter Schule (vorn die gemauerte Treppe) zum Dorfgemeinschaftshauses.

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